Allgemeinwissen über Zielfernrohre

Vorwort:

woraus besteht ein Zielfernrohr, warum benötigt man ein Umkehrsystem und welchen Vorteil bringt ein Zielfernrohr überhaupt gegenüber klassischer offener Visierung?

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Inhalt:

1. Grundsätzlicher Aufbau
2. Das Absehen
3. Das wichtigste: Warum ein Zielfernrohr und welchen Vorteil bringt es?

1. Grundsätzlicher Aufbau

Ein Zielfernrohr besteht in Erster Linie aus einem Tubus, oder auch Mittelrohr genannt, welcher in der Regel 1 Zoll (25,4mm), 30mm, 34mm oder 36mm im Durchmesser aufweist, aus einem Absehen und in der Regel aus bis zu 7 Linsen.
Diese Linsen sind in drei Gruppen aufgeteilt:

  • Objektivebene (2 Linsen)
  • Umkehrsystem (2 Linsen)
  • Okularebene (bis zu 3 Linsen)

Des weiteren besteht es aus einer mechanischen Verstelleinrichtung mit welcher sich das Absehen ausrichten lässt.
Optional und abhängig von der Ausführung kann es noch einen Zoom welcher ebenfalls mechanisch verstellbar ist und einen Dioptrinausgleich geben.

Aufbau eines Zielfernrohres

Beim Tubus ist die 30mm Variante wohl am meisten verbreitet, hier gilt, je größer der Durchmesser, desto weniger Kompromisse muss der Hersteller bei der Unterbringung der Mechanik eingehen. Damit verbunden lässt ein größerer Durchmesser des Mittelrohres auch größere Verstellbereiche für das Absehen und größere Sehfelder zu, die Zusammenhänge sind allerdings äusserst komplex und nicht oder nur sehr selten direkt vergleichbar.
Entgegen des landläufigen Glaubens, hat der Durchmesser keinerlei Auswirkungen auf die Helligkeit und den Lichtdurchlass.

Das Objektiv:
Beim Objektiv handelt es sich um die wichtigste Komponente abbildender, optischer Geräte. Egal ob Fernglas, Projektor, Zielfernrohr, Mikroskop oder Teleskop, das Objektiv "fängt das Bild ein".
Die Besonderheit ist aber, das unser Bild nun erst einmal auf dem Kopf steht.

Das Umkehrsystem:

Dieses besteht aus weiteren zwei Linsen und wie der Name an sich schon sagt, sorgt es dafür das unser durch das Objektiv auf dem Kopf stehende Bild umgekehrt wird.

Das Okular:
Beim Okular handelt es sich um den Augenseitig optisch wirksamen Teil eines optischen Systems. Es besteht aus einer einzelnen Linse oder einem Linsensystem auf welchem das vom Okular erfasste abgebildet wird, es entsteht ein sogenanntes "reelles Zwischenbild" welches für das menschliche Auge virtuell abgebildet wird. Schauen wir also durch eine solche Gerätschaft, sehen wir nicht das Objekt direkt, sondern nur die Abbildung auf dem Okular. Haben wir ein optisches Gerät mit Zoom, wird dieser über ein Verschieben der Linsen im Okular eingestellt.

 

2. Das Absehen:

Das Absehen stellt die Zielhilfe dar, ohne dieses hätten wir nichts weiter als ein Fernrohr. Es gibt sie in allen möglichen, je nach Einsatzzweck des Zielfernrohres mehr oder weniger sinnvollen Varianten.
Das Absehen lässt sich über die Höhen- bzw. Seitenverstellung des Zielfernrohres ausrichten, so das man Visierlinie und Geschoss-Flugbahn aneinander anpassen kann. Bei älteren Zielfernrohren kam es hierdurch dazu, dass das Absehen nach dem Einschießen oft nicht mehr in der Mitte, sondern irgendwo im Bildfeld war. Die heutigen sogenannten "zentrierten" Absehen umgehen dies, indem mit der Verstellung des Absehen auch das Umkehrsystem gekippt wird, sodass das komplette Sehfeld verschoben wird und das Absehen immer zentriert in der Bildmitte verbleibt.

Abgesehen vom Stil des Absehens, über welchen hauptsächlich die persönlichen Vorlieben entscheiden, sind die ersten Entscheidungkriterien die Wahl zwischen Absehen auf der 1. oder 2. Bildebene und mit oder ohne Beleuchtung. Insbesondere auf die Bildeben werde ich in einem Beitrag in naher Zukunft noch eingehen und diesen dann hier verlinken, denn das ist durchaus sehr relevant bei der Auswahl.

 

3. Warum ein Zielfernrohr und welchen Vorteil bringt es?

Das maßgebliche Problem bei einer offenen Visierung stellt die Scharfstellung dar. Es müssen drei Dinge (Kimme, Korn und Ziel) gleichzeitig scharf gesehen und aufeinander ausgerichtet werden.
Das Zielfernrohr bietet die Möglichkeit Absehen und Ziel gleichzeitig scharf und auf einer Ebene zu zeigen wodurch unser Auge nicht unterschiedliche Entfernungen zueinander kompensieren muss. Dies stellt selbst auf kurze Entfernungen für die man keine Vergrößerung benötigt einen beachtlichen Vorteil dar und ermöglicht zudem auch eine starke Verkürzung der Zeit zwischen Erfassung des Ziels und sicherer Schussabgabe.


Quellen:
Waidwissen.com
Wikipedia
Schott.com

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